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Alten Stress loswerden - Basis für nachhaltigs Training

Eine Methode, die ich aus meiner Pferdeausbildung nicht mehr wegdenken möchte, ist die TTT-Methode von Johanna Thanheiser (Equisensomotoric).


Ziel ist es, angestauten Stress loszuwerden und dem Pferd zu ermöglichen, wieder in einen entspannten, aufnahmefähigen Zustand zu finden. Denn erst dann kann es neue Erfahrungen verarbeiten und nachhaltig lernen.


Gerade bei Pferden, die viel innere Anspannung oder Übererregung mitbringen, ist es wichtig, nicht am „unerwünschten“ Verhalten zu arbeiten, sondern zuerst die wichtigste Grundlage zu schaffen: ein reguliertes Nervensystem.


Denn bleibt Stress dauerhaft im Körper "stecken", kann das Pferd in einem ständigen Alarmzustand bleiben. Das zeigt sich häufig durch Schreckhaftigkeit, Nervosität, Aggression, innere Unruhe oder auch Resignation.

In diesem Zustand fällt es dem Pferd schwer, neue Reize zu verarbeiten oder nachhaltig zu lernen. Deshalb steht für mich an erster Stelle, dem Pferd zu helfen, Anspannung abzubauen und wieder in einen Zustand von Sicherheit und Entspannung zu finden.





Im ersten Video seht ihr Trainingspferd Bueno. Er ist ein Pferd, das unglaublich viel in sich "hineinfrisst". Generell ist Bueno ein Pferd, das am liebsten alles kontrollieren möchte. Bevor er zu mir kam, konnte er kaum entspannt stehen: Scharren, Schnappen und ständige Anspannung gehörten für ihn zum Alltag. Er lief oft mit fest zusammengebissenem Maul durch die Übungen. Äußerlich funktioniert es, innerlich hält er es jedoch einfach aus, anstatt wirklich loszulassen.


Genau das ist ein typisches Beispiel für ein Pferd, das später scheinbar „plötzlich aus dem Nichts“ explodiert. Tatsächlich passiert das aber nur selten ohne Vorwarnung.


Bei genauem Hinsehen hat Bueno bereits beim einfachen Zirkel im Schritt am Boden gezeigt, dass er sich nicht entspannen kann. Seine Körpersprache hat die Anspannung längst verraten – man muss nur lernen, diese feinen Signale zu erkennen.


Würde man diese feinen Signale dauerhaft übergehen, käme irgendwann der Punkt, an dem Bueno seine Überforderung nicht mehr so leise zeigt. Dann äußert sich ein überlastetes Nervensystem oft sehr deutlich – zum Beispiel durch Losreißen, Buckeln, Steigen oder andere heftige Reaktionen. Was dann häufig als „plötzliches Fehlverhalten“ wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit meist das Ergebnis von Anspannung, die sich über längere Zeit aufgebaut hat.


Genau deshalb denke ich noch gar nicht ans Anreiten. Für mich steht zuerst etwas viel Wichtigeres im Mittelpunkt: eine stabile Basis und dazu gehört vor allem eine entspannte Psyche.


In diesem kurzen Ausschnitt – aus einer insgesamt 30-minütigen Einheit – sieht man, wie Bueno beginnt, Anspannung loszulassen. Durch Strecken, Kauen, Schütteln und andere kleine Signale lässt er alten Stress los und findet Schritt für Schritt mehr Ruhe.


Hier am 2. Video siehst du Trainingspferd Valentin. Sein Nervensystem befand sich in dauerhaft hoher Erregung, was sich unter anderem durch starke Schreckhaftigkeit und losreißen zeigte. Bis vor dem Trainig bei mir war es für ihn kaum möglich, in Anwesenheit eines Menschen wirklich zu entspannen.




Ich bin sehr dankbar, die TTT-Methode kennengelernt zu haben. Mich fasziniert jedes Mal aufs Neue, wie einfach und gleichzeitig wirkungsvoll diese Arbeit sein kann und wie die Pferde darauf reagieren.


Denn: Eine entspannte Psyche ist die Voraussetzung für sinnvolles Training.


Wenn dein Pferd bei mir im Training ist, gehört das regelmäßige „Leeren des Stressfasses“ ganz selbstverständlich dazu. Denn für mich ist das die Grundlage für jedes weitere Training – egal, ob es um Alltagstraining, Bodenarbeit oder das Anreiten geht.


Es ist immer wieder beeindruckend zu beobachten, was sich während dieser Prozesse verändert und wie viele „Probleme“ und unerwünschte Verhaltensweisen sich nach und nach auflösen, wenn ein Pferd wirklich loslassen darf und sein Nervensystem wieder in der Lage ist, Reize zu verarbeiten. 🥰


Möchtest du tiefer in das Thema eintauchen, kann ich dir den Onlinekurs von Johanna Thanheiser von Herzen empfehlen. Darin erklärt sie die von ihr entwickelte TTT-Methode ausführlich und vermittelt fundiertes Hintergrundwissen.



Liebe Grüße,

Ramona



 
 
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